Start Blog

Wärmedämmung: Welche Vorgaben gibt es für die Dicke?

Wärmedämmung, Wärmedämmung Hauswand

Wenn Sie bei Ihrem Haus eine Wärmedämmung planen, ist die Dicke des Dämmstoffs einer der wichtigsten Faktoren. Vor allem, um die Richtlinien der Energiesparverordnung (EnEV) einzuhalten. Genauso geht es aber auch darum, den bestmöglichen Wärmeschutz und den geringstmöglichen Energieverbrauch zu erzielen. 

In dieser Übersicht haben wir deshalb für Sie zusammengefasst, auf welche Faktoren Sie bei der Dicke der Dämmung genau achten müssen und ob es Sinn macht, sich in diesem Fall an einen Energieberater zu wenden.

Mehr zum Thema Wärmedämmung:

Wärmedämmung beim Haus: So sparen Sie Heizkosten

Dachgeschoss dämmen: So können Sie Heizkosten einsparen

Kellerdecke dämmen: Darauf sollten Sie beim Isolieren achten.

Dicke der Wärmedämmung: Was sagt die EnEV?

Die Energieeinsparverordnung gibt für alle Bauteile des Hauses einen Höchstwert für den Wärmedurchgangsskoeffizienten an: Den so genannten U-Wert. Wie dick eine Wärmedämmung tatsächlich sein muss, hängt also davon ab, wie die Ausgangssituation eines Bauteils aus energetischer Sicht ist. So verlangt beispielsweise eine Mauer, die selbst aus Lochziegeln mit integrierter Dämmung besteht, erwartungsgemäß eine geringere Dicke des Dämmstoffs als eine Wand aus Beton mit guter Wärmeleitfähigkeit.

Mineralwolle
Mineralwolle ist ein optimaler Dämmstoff für eine optimale Wärmedämmung.

Um die benötigte Dicke des Dämmstoffs laut EnEV zu erreichen muss man also immer die individuellen Gegebenheiten des Hauses miteinbeziehen. Ein Energieberater kann mit Hilfe der Gebäudedaten genau berechnen, welcher Wärmeschutz in Ihrem Fall notwendig ist. Eine Energieberatung ist in diesem Fall also jedenfalls sinnvoll investiertes Geld.

Für eine grobe Vorstellung gibt es trotzdem Richtwerte, die jedoch wie bereits erwähnt aufgrund der individuellen Gegenbenheiten jedes Gebäudes keine bindenden Angaben, sondern reine Empfehlungen sind:

  • Dach: 20 Zentimeter Dämmstoff
  • Fassade: 14 Zentimeter Dämmstoff
  • Kellerboden: 8 Zentimeter Dämmstoff

Gesetzliche Vorgabe sind nur Untergrenze

Gesetzliche Vorgaben bilden jedoch immer nur einen Mindeststandard. Wer das Potenzial voll ausschöpfen und die größtmögliche Energieeinsparung erreichen möchte, sollte so dick dämmen wie möglich. Das Passivhaus als Vorzeige-Standard für Energiesparhäuser mit einem Energiebedarf von maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche wird mit Dämmstoffdicken von bis zu 30 Zentimetern versehen.

Eine andere Sachlage ist die Sanierung eines Altbaus: Hier stellt sich vor allem die Frage, was wirtschaftlich noch sinnvoll ist oder nicht. Auch dabei gilt wieder: Eine Energieberatung kostet zwar aktuell Geld, kann aber Geld, Zeit und Nerven sparen, die man wegen des Korrigierens möglicher Fehlentscheidungen hätte. Der Energieberater führt eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durch und kann Ihnen auch hier genau mitteilen, ob und welche Dämmung in Ihrem Fall noch Sinn macht.

Dicke der Dämmung: Der U-Wert

Der U-Wert ist ein Indikator für den Wärmeverlust durch die Dämmung hindurch. Beispiel: Eine ungedämmte Ziegelwand mit einer Dicke von 24 Zentimetern und einem U-Wert von 1,99 W/(m²K) darf nach der Dämmung einen U-Wert von maximal 0,24 W/(m²K) vorweisen.

Die Gebäudeteile werden hier jedoch gemeinsam betrachtet: Es werden also auch andere Baubestandteile wie Holzbalken, Steinwände und Putz berücksichtigt. Zur Erhaltung des U-Werts muss beispielsweise zur Dicke der Wärmedämmung Gipsputz, Kalk-Zementputz und die Ziegelwand hinzugerechnet werden.

 

Dämmstoffdicke: Abhängig vom Material

Natürlich hängt die genaue Dicke des Dämmstoffs nicht zuletzt vom Material selbst ab. Dämmstoffe unterteilt man nach ihrer Wärmeleitfähigkeit in bestimmte Wärmeleitgruppen (WLG) bzw Wärmeleitstufen (WLS). Bei der WLG erfolgt die Einteilung in Fünfer-Schritten, bei der WLS in Einer-Stufen:

  • WLG 040 = Wärmedurchgangswert von 0,045 W/(mK)
  • WLG 035 = Wärmedurchgangswert von 0,035 W/(mK)
  • WLS 032 = Wärmedurchgangswert von 0,032 W/(mK)

Je niedriger die WLG oder der WLS ist, desto geringer ist die benötigte Dicke des Dämmstoffs. Eine große Auswirkung wird dies bei der Altbausanierung haben, wenn etwa Grenzabstände zu Nachbargrundstücken eingehalten werden müssen.

Beliebte Artikel

Schon gelesen?

Der Austausch alter Heizkessel kann helfen, die Energiekosten massiv zu senken.

Brennwertkessel: Darum ist er seinen Vorgängern überlegen

Einst als technische Neuerung gefeiert, zählt der Niedertemperaturkessel heute zu den Auslaufmodellen unter den Heizungssystemen. Auch wenn er bei seiner Einführung eine Energieersparnis von...
Holzfenster

Holzfenster abdichten: So machen Sie Ihre alten Kastenfenster winterfit

Wer kann schon dem Charme einer Altbauwohnung widerstehen? Großzügig geschnittene Räume mit hohen Decken, die nicht selten von Stuck gesäumt sind und große Fenster,...
Ob modern, herrschaftlich oder rustikal: Steintreppen sind immer ein Hingucker.

Die Steintreppe: Die Eigenschaften im praktischen Überblick

Die Steintreppe ist die älteste und am häufigsten verwendete aller Treppen. Heutzutage wird sie hauptsächlich aus Steinplatten gefertigt. Sie ist auch unter  Eigenheimbesitzern gerne...
Wandfarben, Farbeimer

Schöne Wandfarben: Die passende Farbe für Ihr Projekt finden

Wandfarben unterscheiden sich nicht nur in Qualität und Preis, sondern auch in ihren Eigenschaften. Aber auch das Abstimmen von Wandfarbe und der Farbe der...
Warmwasserspeicher können mit Energie aus der Wärmepumpe, Photovoltaik oder Strom und Gas betrieben werden.

Der Warmwasserspeicher: Nützliche Infos zu Funktion und Gerät

Warmwasserspeicher, auch Warmwasserboiler genannt, gib es in verschiedenen Ausführungen. Das Prinzip ist denkbar einfach: Im gut isolierten Tank wird Trinkwasser erhitzt und auf Temperatur...