Bei einer Heizung Wasser nachfüllen scheint auf den ersten Blick kompliziert. Ist es aber meistens gar nicht. Wir zeigen Ihnen, wie Sie es ganz einfach selbst durchführen können.
Jede Heizung benötigt einen gewissen Druck, um richtig zu funktionieren. Doch aus bestimmten Gründen fällt der Wasserdruck manchmal ab. Das Wasser wird nicht mehr in die Leitungen gepumpt und die Heizung fällt aus. Die Wohnung bleibt kalt. In diesem Fall muss die Heizung wieder mit frischem Wasser befüllt werden, bis der notwendige Druck wieder hergestellt wurde. Wie das geht, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.
Heizung Wasser nachfüllen: so gehts
1. Wasserdruck checken
Jede Heizung hat einen Manometer (Druckanzeiger) und dieser sieht eigentlich immer gleich aus. Es kann aber auch sein, dass der Manometer etwas anders aussieht, als in unserem Fall. Suchen Sie einfach nach einem Druckanzeiger und Sie wissen, dass Sie ihn gefunden haben.
Der optimale Druck sollte bei 1,5 Bar liegen. Dabei ist der schwarzen Zeiger ausschlaggebend. In unserem Fall sind es 1,4 Bar. Gerade noch ausreichend. Unter 1 Bar sollte der Druckanzeiger aber auf keinen Fall anzeigen, denn das ist der Mindestdruck, bei der die Heizung noch funktioniert.
2. Schlauch vorbereiten
Ohne Schlauch kann keine Heizung aufgefüllt werden. Haben Sie den passenden Schlauch dazu? Es reicht ein normaler Gartenschlauch mit 3/4″ Anschlüssen (passt auf jede Heizung).
Nicht alle Wasserhähne haben eine Verschraubmöglichkeit. In diesem Fall können Sie einen Universal-Wasserhahn-Adapter an den Wasserhahn befestigen.
Wenn Sie einen Universal-Wasserhahn-Adapter einsetzen, so muss auf einer Seite des Schlauches ein passender Anschluss (eine Schnellkupplung*) befestigt werden. Die Schnellkupplung wird am Schlauch befestigt und kann mit einem Klick an den Wasserhahn-Adapter befestigt werden.
3. Heizung entlüften
Das Entlüften der Heizung ist nicht notwendig, aber sinnvoll. Befindet sich Luft in dem Heizkreislauf, dann sammelt es sich gerne an der obersten Stelle – und das sind die Heizkörper. Wenn der Druck abgefallen ist und die Heizung sowieso mit Wasser aufgefüllt werden muss, dann ist es schon sinnvoll, die überschüssige Luft gleich entweichen zu lassen.
Erfahren Sie hier, wie Sie einen Heizkörper richtig entlüften.
4. Umwälzpumpe ausschalten und Heizkörper aufdrehen
Schalten Sie die Umwälzpumpe (wenn nicht schon geschehen) aus und drehen Sie alle Heizkörper voll auf. Das ist wichtig, damit das Wasser sich im Heizkreislauf gleichmäßig verteilt. Zirkulationspumpen dagegen müssen nicht abgeschaltet werden.
Bei einigen modernen Heizungen mit Wärmepumpen muss die Umwälzpumpe nicht immer abgestellt werden. Im Zweifelsfall stellen Sie sie lieber ab.
5. Wasserschlauch an Heizung anschließen
Als Nächstes müssen Sie einen Wasserschlauch an die Heizung anschließen. Aber wo genau ist der Anschluss? Leider ist dieser nicht immer sofort auffindbar.
So können Sie ihn ganz leicht finden: Suchen Sie nach einem KFE-Hahn. Dieser hat einen Griff und ist vorne meistens mit einer Kappe verschraubt. Nicht jeder KFE-Hahn sieht genau so aus wie im Bild unten. Er kann eine andere Form und eine andere Farbe haben (z. B. schwarz oder grün).
KFE-Hähne werden zum Befüllen und Entleeren von Heizungsanlagen verwendet. Wenn Sie also einen finden, dann müssen Sie daran den Schlauch anschließen.
Wichtig: Schließen Sie den Schlauch zuerst an die Heizung an. Danach schließen Sie den Schlauch nur leicht an den Wasserhahn an und öffnen Sie diesen. Quillt das Wasser über, so entweicht die Luft, die sich noch im Schlauch befindet. Das ist wichtig, damit die Luft nicht ins Heizsystem gelangt. Danach können Sie den Schlauch ganz aufschrauben.
6. Heizung befüllen
- Wenn Sie den Schlauch nach Anleitung angeschlossen haben, drehen Sie zuerst langsam den Wasserhahn ganz auf.
- Danach öffnen Sie langsam den KFE-Hahn an der Heizung.
- Beobachten Sie sofort die Druckanzeige. Dieser muss auf 1,5 Bar ansteigen. Ist dieser Zustand erreicht, schließen Sie den KFE-Hahn sofort wieder.
- Drehen Sie den Wasserhahn ab und entfernen Sie den Schlauch wieder. Dieser darf nicht dauerhaft angeschlossen bleiben.
Wo füllt man Wasser in der Heizung nach?
Den richtigen Anschluss für das Wasser zu finden stellt für Laien das größte Problem dar. Suchen Sie einfach nach einem Anschluss, der mit einer Kappe verschraubt ist (KFE-Hahn). Diese Anschlüsse sind extra dafür gedacht, dass man normale Wasserschläuche daran anschließen und die Heizung befüllen kann. KFE-Hähne sind meistens rot. Sie können aber schwarz oder grün sein.
Wenn Sie 2 solche Anschlüsse finden, dann können Sie normalerweise beide Anschlüsse benutzen, da beide mit dem Heizkreislauf verbunden sind. Im Zweifelsfall sollten Sie einen Fachmann zu Hilfe rufen und nicht experimentieren.
Wie viel Bar muss die Heizung haben?
Bei einem normalen Einfamilienhaus muss die Heizung einen Druck von 1,5 Bar haben. Dieser kann sich jedoch verändern, wenn es sich um ein Mehrfamilienhaus oder ein hohes Gebäude handelt.
Es gilt: Je mehr Stockwerke, desto höher muss der Druck sein. Um den genauen Druck bei einem Hochhaus zu ermitteln, sollten Sie auf jeden die Hilfe eines Fachmanns in Anspruch nehmen. Bei einem Einfamilienhaus halten Sie sich einfach an die 1,5 Bar Regel.
Heizung Wasser nachfüllen: Das sollten Sie beachten
Es ist richtig, dass man für das Auffüllen des Heizungswassers nicht unbedingt einen Fachmann braucht. Es schadet aber nie, sich wenigstens beim ersten Mal einen Handwerker zu Hilfe zu holen und sich von ihm zeigen zu lassen, wie man das Wasser in der Heizung fachmännisch nachfüllt. Wissen Sie zum Beispiel, welche Fachkenntnisse Sie beim Nachfüllen des Heizungswassers benötigen? Hier sind einige Beispiele dazu:
- Heizungswasser und Trinkwasser gehören nicht zusammen. Das Wasser aus der Heizung darf also nicht ins Trinkwasser gelangen.
- Wenn Sie Ihre Heizung noch nie selbst befüllt haben und sich unsicher sind, dann rufen Sie einen Fachmann und sehen ihm bei der Arbeit zu. Das nächste Mal können Sie es dann selber.
- Ein sauberer Gartenschlauch zum Befüllen der Heizung reicht aus. Es müssen nur die richtigen Anschlüsse vorhanden sein.
- Ungefiltertes Wasser darf nie in den Heizkreislauf gelangen, weil es dort Schäden anrichten könnte. Die VDI-Norm schreibt vor, dass das Wasser zuvor gefiltert werden muss.