Heizkörper richtig entlüften: Schluss mit Glucker-Geräuschen

Das Heizkörper-Entlüften ist spätestens dann notwendig, wenn die Heizkörper ein Glucker- beziehungsweise Fließgeräusch von sich geben. Werden die Heizkörper trotz voller Heizleistung nicht mehr richtig warm, ist das ein weiteres Anzeichen für Luft in der Heizung. Sie verursacht nämlich nicht nur merkwürdige Geräusche, sondern führt auch zu einem Leistungsabfall.

Damit nicht genug: Zusätzlich kommt es aufgrund der Mehrbelastung der Heizung zu einem erhöhten Energieverbrauch und damit zu höheren Heizkosten. Heizungs-Profis raten daher zum jährlichen Entlüften der Heizkörper. Idealerweise vor dem Beginn der Heizperiode. Wichtig dabei ist, alle Heizkörper zu entlüften.

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Entlüftungsschlüssel nutzen

Für das Entlüften selbst benötigen Sie einen sogenannten Entlüftungsschlüssel. Dabei handelt es sich in der Regel um einen Vierkantschlüssel, der nicht teuer und im Fachhandel erhältlich ist. Manche Lüftungsventile lassen sich auch mit einem flachen Schraubendreher öffnen. Bei älteren Modellen kann auch eine Wasserpumpenzange erforderlich sein. Zusätzlich benötigen Sie einen Lappen und eine Schüssel oder ein anderes geeignetes Gefäß.

Falls Sie sich bei den Arbeiten rund um die Heizungsentlüftung nicht sicher sind, übergeben Sie diese Aufgabe an einen Fachmann. So vermeiden Sie mögliche Schäden an ihrer Heizungsanlage und sparen teure Reparaturen.

Anleitung zum Heizkörper-Entlüften

    1. Drehen Sie bei allen Heizkörpern die Thermostate auf maximale Stufe.
    2. Stellen Sie die Umwälzpumpe ab und warten Sie 30-60 Minuten.
    3. Im Normalfall befindet sich das Lüftungsventil direkt gegenüber des Thermostats. Also auf der anderen Seite des Heizkörpers.
    4. Drehen Sie nun das Lüftungsventil vorsichtig auf und halten Sie das Gefäß direkt darunter, um möglicherweise austretendes Wasser aufzufangen. Den Boden darunter können Sie mit einem Lappen vor Spritzern schützen. Öffnen Sie das Ventil nur soweit, bis Luft oder Wasser austreten.
    5. Lassen Sie die Luft vollständig entweichen, bis schließlich nur noch Wasser aus dem Ventil läuft. Fangen Sie eine kleine Menge Wasser mit dem Gefäß auf und schließen Sie danach das Ventil wieder. Gehen Sie behutsam vor, um das Lüftungsventil nicht zu beschädigen.

Vorsicht: Aus dem Heizkörper entweichendes Wasser und die Luft können sehr heiß sein. Achten Sie daher besonders auf Ihre Sicherheit, um Verbrühungen zu vermeiden.

Auf diese Weise sollten Sie alle Heizkörper im Haus entlüften. Beginnen Sie bei Gebäuden mit mehreren Stockwerken mit den höchstgelegenen Heizkörpern. Bei ebenerdiger Installation arbeiten Sie sich vom Letzten Heizkörper zum ersten vor.

Es kann vorkommen, dass beim Entlüftungsvorgang weder Luft noch Wasser aus dem Heizkörper strömen. Das deutet in der Regel auf einen zu niedrigen Druck der Heizungsanlage hin. Liegt es tatsächlich am Druck, so muss Heizungswasser nachgefüllt werden, bis der vorgegebene Wert wieder erreicht wird.

Sind alle Heizkörper entlüftet, kontrollieren Sie zur Sicherheit noch einmal den Druck der Heizungsanlage. Den Druck können Sie dem Heizungsmanometer entnehmen. Ist er durch das Entlüften unter den Nenndruck gesunken, müssen Sie Heizungswasser nachfüllen, um eine optimale Funktion zu gewährleisten.

Gründe für regelmäßiges Entlüften

Die Luft im Heizungssystem verursacht nicht nur unangenehme Geräusche und treibt die Heizkosten in die Höhe. Sie kann auch zu Beschädigungen an Heizkörpern und Heizungsrohren führen. Dazu zählt vor allem leichte Korrosion.

Warum nun Luft in die Heizungsanlage kommt, kann mehrere Gründe haben. Ein häufiges Problem ist das Nachfüllen von Heizungswasser. Hausbesitzer vergessen dabei oft, dass sich im Schlauch auch Luft befindet. Daher sollte darauf geachtet werden, dass der Schlauch mit Wasser gefüllt ist, bevor er angeschlossen wird.

Aber auch durch Unterdruck kann die Heizung Luft ziehen. Dass geschieht etwa bei einem zu kleinen Ausgleichsbehälter oder einer überdimensionierten Umwälzpumpe. Fest steht: Durch Luft in der Heizungsanlage verschlechtert sich die Wärmeabgabe.

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