Einrohrsystem: Kann diese Heizung mit modernen Heizformen mithalten?

Bei einer Einrohrheizung sind die einzelnen Heizkörper über eine Ringleitung miteinander verbunden. Alle Heizkörper eines Heizkreises sind an derselben Leitung angeschlossen. Diese Leitung transportiert Vorlauf und Rücklauf: Dadurch ist dieses System in der Anschaffung günstiger als die heutzutage meist verwendete Zweirohrheizung.

Allerdings gibt es hier Einschränkungen bei der Energieeffizienz, weshalb es bei neuen Gebäuden in der Regel nicht mehr verbaut wird.

Mehr zum Thema Heizkörper:

Heizkörpertypen: Wissenswertes zu Wärmeabgabesystemen

Richtig entlüften: Schluss mit Glucker-Geräuschen beim Heizkörper

Heizkörper tauschen: Ab wann es wirklich Sinn macht

So funktioniert die Heizung im Einrohrsystem

Bei einer Einrohrheizung durchfließt das Heizwasser die Heizkörper eines Kreises über eine Ringleitung. Besonders einfach funktioniert das bei einer Reihenschaltung, denn hier strömt das Medium nacheinander durch jeden Heizkörper. Der Rücklauf der ersten Heizfläche bildet gleichzeitig den Vorlauf der zweiten: Dadurch kühlt sich das Heizwasser im System langsam ab.

In der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) sind rund 1,8 Millionen private Eigenheime mit einer Heizung im Einrohrsystem ausgestattet. Hauptsächlich baute man sie in den 70er- und 80er-Jahren aufgrund der günstigen Materialkosten ein.

Wie erkenne ich ein Einrohrsystem?

Ein typischer Anschluss einer Einrohrheizung.Foto: Wikimedia Commons/ Cschirp / CC BY-SA 3.0
Ein typischer Anschluss einer Einrohrheizung.

Ein Hinweis auf eine Einrohrheizung ist der Leitungsverlauf von Vor- und Rücklauf. Diese enden bei einer Einrohrheizung immer am selben Strang. Vor- und Rücklauf sind also immer an der selben Leitung angeschlossen.

Für das Einrohrsystem gibt es verschiedene Anschlussmöglichkeiten. Grob unterschiedet man zwischen einem Zwangsumlaufsystem und einem Nebenschluss-System. Das Nebenschluss-System ist wiederum in Varianten mit Saugfitting, Drosselventil, Dreiwegeventil oder Vierwegeventil unterteilt.

Bei den letzten drei Varianten des Nebenschluss-Systems kommen Spezialventile zum Einsatz, über die man den Durchfluss teilweise regulieren kann. Man erreicht dadurch, dass rund 30 bis 50 Prozent des Heizwassers in die Heizkörper geleitet werden und das restliche Wasser am Heizkörper vorbeifließt.

Was ist eine Zweirohrheizung?

Das Zweirohrsystem ist das meist verwendete System zur Wärmeverteilung. Jede Heizfläche ist an die getrennte Vor- und Rücklaufleitung angeschlossen und erhält die gleiche Vorlauftemperatur. Das erkaltete Heizungswasser wird über die Rücklaufleitung zurück zum Heizkessel befördert.

Weil hier jeder Heizkörper mit der annähernd gleichen Vorlauftemperatur bedient wird, beeinflussen sich die Heizkörper nicht gegenseitig. Sperrt man einen Heizkörper ab, so hat das keinen Einfluss auf die Leistung der anderen Heizkörper, die sich im Kreislauf befinden. Deshalb kann man beim Zweirohrsystem problemlos Heizkörper mit gleicher Größe installieren, denn sie erbringen bei gleicher Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf die gleiche Wärmeleistung.

Eine Sonderform des Zweirohrsystems ist das Tichelmann-System. Der Vorteil: Hier ist kein hydraulischer Abgleich notwendig. Darunter versteht man das korrekte Einstellen der Massenströme. Allerdings setzt diese Form voraus, dass die Rohre zu den Heizkörpern jeweils die gleiche Länge haben. Dies bewirkt nahezu gleiche Druckverluste und macht den hydraulischen Abgleich obsolet.

Einrohrsystem oder Zweirohrsystem: Was ist besser?

Die Vorteile des Einrohrsystems liegen vor allem in der einfachen Planung, Montage und den günstigen Materialkosten. Vergleicht man beide Systeme miteinander, so zeigt sich aber unweigerlich, dass das Zweirohrsystem energetische Vorteile mit sich bringt. Ein Einrohrsystem lässt sich nur schwer optimieren – das wirkt sich negativ auf die Heizkosten aus.

Außerdem eignet sich das Einrohrsystem nur bedingt für Brennwertanlagen. Denn hier kann eine Erhöhung der Rücklauftemperatur über die Abgas-Taupunkttemperatur nicht ausgeschlossen werden. Das Einrohrsystem verbaut man deshalb bei neuen Gebäuden auch nicht mehr.

Verfügt Ihr Haus immer noch über ein Einrohrsystem, ist es aber nicht immer notwendig, eine Komplettsanierung auf ein Zweirohrsystem durchzuführen. Eine Alternative ist das Isolieren der Heizungsrohre. Eine weitere Möglichkeit ist der Austausch der alten Umwälzpumpe durch ein neueres Modell.

Ähnliche Beiträge

Beliebte Artikel

Schon gelesen?

Werbeschild auf Baustelle

Bauschilder: ein absolutes Muss auf jeder Baustelle

Jeder kennt die groß angelegten Schilder auf Großbaustellen, die darauf hinweisen, um welche Art von Bauprojekt es sich handelt. Auch auf kleineren Baustellen darf...
Holz spalten mit Axt

Wie man Brennholz richtig schneidet und spaltet | 5 Schritte

Ein prasselndes Kaminfeuer an einem kalten Wintertag ist ein wahres Wohlfühlerlebnis. Doch ohne die richtige Vorbereitung, wie auch das Schneiden und Spalten von Brennholz...
Frau an Türsprechanlage Kamera

Türsprechanlagen für Ihr Zuhause | Diese Möglichkeiten gibt es

In einer Welt, in der Sicherheit und Komfort in den eigenen vier Wänden immer mehr an Bedeutung gewinnen, stellen Türsprechanlagen ein wesentliches Element moderner...
Bemerkenswert: Ein Massivholzhaus bietet teilweise besseren Brandschutz als ein Betonbau.

Natürlich, nachhaltig, zeitlos: Holzgebäude für alle Bedürfnisse

Holz ist eines der ältesten Baustoffe der Welt und erlebt derzeit eine Renaissance als moderne Alternative zu Beton und Stahl. Die Natürlichkeit, Nachhaltigkeit und zeitlose...
Wallbox

Wallbox: Was Eigentümer und Mieter wissen müssen

Vor einem Jahrzehnt noch fristeten Elektroautos ein Nischendasein. Heute machen sie rund 20 Prozent aller Neuzulassungen aus - Tendenz steigend. Geht es um das...
GDPR Cookie Consent mit Real Cookie Banner