Montag, 14. Juni 2021
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Heizen mit Strom: So kann auch eine Elektroheizung Sinn machen

Relikt aus einer Zeit, als Heizen mit Strom noch günstiger war: Die Nachtspeicherheizung.
Relikt aus einer Zeit, als Heizen mit Strom noch günstiger war: Die Nachtspeicherheizung.

Heizen mit Strom erhitzt nicht nur Räume, sondern auch die Gemüter. Kaum eine andere Form des Heizens ist so umstritten wie die Elektroheizung. Sie gilt als der Energieverschwender schlechthin. Wir gehen den Vor- und Nachteilen einer Elektroheizung auf den Grund.

Die Funktionsweise einer Elektroheizung ist denkbar einfach: Ein Heizwiderstand wird von Strom durchflossen und erwärmt sich dadurch. Diese Wärme wird dann an die Umgebung abgegeben. Auf den ersten Blick lassen die niedrigen Anschaffungskosten das Heizen mit Elektrizität interessant erscheinen. Sobald man aber Energiebedarf und Strompreis gegenrechnet, ändert sich der Eindruck schnell.

Unter bestimmten Umständen kann es aber trotzdem sinnvoll sein, eine Elektroheizung einzusetzen. Vor allem in nur zeitweilig genutzten Räumen kann sie eine echte Alternative darstellen. Hier sind die bekanntesten Varianten dieser Heizungsform:

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Heizen mit Strom: Nachtspeicherheizung

Diese Form ist der wohl bekannteste Vertreter von Elektroheizungen. Die Nachtspeicherheizung erfreute sich ab den 1960er Jahren großer Beliebtheit. Grund dafür waren verhältnismäßig geringe Anschaffungskosten, geringere Stromkosten und der zusätzlich deutlich billigere Nachtstrom.

Wie der Name verrät, speichert die Nachtspeicherheizung den günstigeren Nachtstrom und gibt ihn tagsüber in Form von Wärme wieder ab. In den letzten Jahren hat die Nachtspeicherheizung deutlich an Bedeutung verloren, zumal auch der Preisunterschied zwischen Tag- und Nachtstrom geringer wurde. Teilweise haben Energieanbieter den Nachttarif sogar eingestellt.

Heizen mit Strom: Elektrische Fußbodenheizung

Auch wenn die elektrische Fußbodenheizung mit schnellen Reaktionszeiten und geringen Anschaffungskosten punkten kann, sollte in Zeiten steigender Strompreise der Energiebedarf nicht außer Acht gelassen werden. Besonders als Hauptheizung kann diese Form die Stromrechnung in astronomische Höhen treiben, wenn es sich nicht gerade um ein Haus mit optimaler Dämmung handelt.

Infrarotheizung

Als eine nur bei Bedarf eingesetzte Zusatzheizung kann die Infrarotheizung ein wahrer Segen sein. Viele schätzen gerade in den ersten kalten Tagen im Jahr die angenehme, einem Kachelofen sehr ähnliche Wärme, die von dieser Art der Elektroheizung ausgeht. Heizanlagen die mit Gas, Öl, Pellets oder Hackschnitzel betrieben werden, liefern sogenannte Konvektionswärme. Sie erwärmen also die Raumluft. Im Gegensatz dazu sendet die Infrarotheizung elektromagnetische Wellen aus, die feste und flüssige Objekte – nicht aber die Luft – erwärmen. Keine Angst: Laut Experten ist diese Art der Strahlung für den Menschen völlig ungefährlich. Heizen mit Strom ist in diesem Fall also kein Problem.

Natursteinheizung

Diese Form wird besonders für Allergiker angepriesen. Hersteller betonen, dass die an der Wand hängenden Stein- oder Marmorplatten im Gegensatz zu Radiatoren keinen Staub aufwirbeln. Abgesehen davon sind sie ein wahrer Hingucker: Große, massive Marmorplatten an den Wänden können eine ganz besondere Atmosphäre in einem Raum schaffen.

Schlechter Gesamtwirkungsgrad

Das Problem der Elektroheizung beginnt schon im Kraftwerk. Nur ein Teil der eingesetzten Primärenergie kann auch tatsächlich in elektrische Energie umgewandelt werden. Dieses Problem setzt sich bei der Übertragung der Energie über Hochspannungsleitungen und Trafostationen fort. Von der im Kraftwerk zur Stromerzeugung aufgewandten Primärenergie kommt bei ihnen zuhause nur rund ein Drittel an. Berücksichtigt man diesen Punkt, so ist es um den Wirkungsgrad einer Elektroheizung schlecht bestellt.

Heizen mit Strom: Vor- und Nachteile im Überblick

Die Vorteile einer Elektroheizung sind vielfältig: Sie ist einfach zu installieren, verursacht in der Regel keine bis kaum Wartungskosten und ist günstig in der Anschaffung. Sie brauchen kein eigenes Brennstofflager oder einen Öltank errichten. Und auch einen Schornsteinfeger werden Sie nicht beauftragen müssen. Das Verlegen von Heizungsrohren fällt ebenso flach.

Der wohl größte und auch bekannteste Nachteil der Elektroheizung liegt in den Betriebs- bzw. den Stromkosten. Diese sind um ein Vielfaches höher als die Preise für Öl und Gas. In Zeiten steigenden Umweltbewusstseins muss auch der schlechte Gesamtwirkungsgrad einer Elektroheizung Erwähnung finden.

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