PV-Anlage: Warum Hersteller nicht liefern können

Während Gas- und Strompreise steigen, können viele Hersteller für PV-Module und Wechselrichter nicht mehr liefern. Doch was sind die Gründe dafür und wie kommt es zu diesen Lieferverzögerungen?

Es sieht aus wie bei einem Hamsterkauf. Viele Shops und Hersteller von PV-Modulen und Wechselrichtern kommen mit dem Liefern nicht mehr nach und das machen sich einige Montagefirmen zunutze, indem sie hohe Preise für Photovoltaik-Komplettanlagen verlangen.

Wir zeigen Ihnen, wieso so ist und was Sie dagegen tun können, wenn Sie eine PV-Anlage geplant haben.

Goldgräberstimmung bei Montagefirmen

Joseph M. (Name geändert) hat sich kürzlich ein Angebot für eine PV-Anlage mit Speicher eingeholt. 10 kWp sollte die Anlage haben und zusätzlich mit einer 10 kWh-Batterie ausgestattet sein.

Für die reinen Einkaufsmaterialien wie PV-Module, Batterie, Gestell, Wechselrichter und Zubehör müsste Joseph M. etwa 17.500 Euro einkalkulieren. Hinzu käme noch das Gerüst, welches den Preis um etwa 1.000 Euro erhöhen würde.

Als Joseph M. dann endlich das Angebot der Montagefirma bekam, traute er seinen Augen kaum. Rund 39.000 Euro sollte er für die Anlage bezahlen.

Montagefirmen würden sich die Panik der Leute zunutze machen und hohe Preise für eine Anlage verlangen. Etwa 21.000 Euro Montagekosten sind einfach zu viel, so Joseph M. Auch, wenn der Montagebetrieb die Anmeldung beim Netzbetreiber vornimmt, ist der Betrag seiner Meinung nach viel zu hoch und somit deutlich höher, als in der Vergangenheit. Seiner Meinung nach herrscht bei vielen Montageunternehmen gerade eine Goldgräberstimmung.

Als Vergleich: Laut Frau Vera Immitzer vom „Bundesverband Photovoltaic Austria“ lag im Jahr 2020 eine PV-Anlage mit 8.000 kWp inklusive der Montage noch bei etwa 13.000 Euro. Dazu käme noch ein Speicher von 6.000 Euro für etwa 10 kWh. Eine Photovoltaik-Anlage mit Speicher würde demnach etwa 20.000 Euro kosten.

Wechselrichter nicht lieferbar

Viele Shops weisen bereits beim Besuch der Webseite darauf hin, dass die Anfragen nach PV-Modulen und Wechselrichtern aktuell sehr hoch sind und es zu längeren Wartezeiten kommen kann. Viele Artikel sind bereits ausverkauft und erst in Wochen oder Monaten erst wieder erhältlich.

Besonders die günstigeren PV-Module sind häufig ausverkauft. Dennoch müssen sich Käufer vorerst keine Sorgen machen, da es aufgrund der vielen Hersteller von PV-Modulen immer noch gute Alternativen auf dem Markt gibt.

Bei Wechselrichtern sieht die Sache aber schon ganz anders aus. Gerade die Wechselrichter, die für 10.000 Watt (10 kWp) PV-Anlagen ausgelegt sind, sind aktuell sehr beliebt und häufig ausverkauft.

Der Hersteller GoodWe ist besonders stark davon betroffen. Davon ist speziell die GoodWe ET-Plus-Serie betroffen. Diese Wechselrichter sind nicht nur 10 kWp-Anlagen ausgelegt, sondern auch für den Notfall ausgelegt. Bei einem Stromausfall etwa schaltet der Wechselrichter in den Notstrommodus um uns versorgt das Gebäude weiterhin mit Strom.

Viele Shops geben eine Lieferzeit von 3 bis 6 Monaten für diesen Wechselrichter an. Beliebt scheint dieser Wechselrichter auch deshalb zu sein, weil er mit etwa 2.300 Euro im Gegensatz zu vielen anderen Wechselrichtern recht günstig ist. Wer gerne 30 bis 40 % mehr für den Wechselrichter ausgeben möchte, kann diesen in einigen wenigen Shops allerdings immer noch bekommen.

PV-Anlage: So können Sie trotzdem sparen

Viele, die aufgrund der hohen Preise für Strom und Gas gerne eine PV-Anlage nachrüsten möchten, fragen sich, was sie nun tun können? Denn nicht jeder hat das Geld parat, um eine Montagefirma zu beauftragen.

Hier bleibt eigentlich nur das Handeln in Eigenregie! PV-Module, Wechselrichter, Batterie und Montageschienen müssten separat zusammengestellt oder als Set gekauft werden. Die Montage der PV-Module müsste ebenfalls selbst vorgenommen werden. Das spart eine Menge Geld. Lediglich das Anschließen der Anlage sollte einem Fachmann überlassen werden.

Als Tipp sollte hier noch erwähnt werde, dass PV-Module, die beim Hersteller direkt angefragt werden, häufiger günstiger sind, als in Online-Shops. Joseph M. hat sich beispielsweise für PV-Module direkt vom Hersteller entschieden und konnte so rund 300 Euro sparen.

Wer es sich zutraut, die PV-Anlage selbst zu montieren, sollte diesen Grundsatz befolgen: Alles selbst tun, was man tun darf und was man sich selbst zutraut.

Ähnliche Beiträge

Beliebte Artikel

Schon gelesen?

Halle aus Sandwichplatten

Sandwichplatten für den Hallenbau

Kaum ein Material eignet sich so gut für den Hallenbau wie Sandwichplatten. Sie decken eine ganze Reihe an Vorteilen ab und lassen sich durch...
Kragarmtreppe

Die Kragarmtreppe: Definition, Kosten und Vorteile

In der Welt des modernen Wohn- und Geschäftsbauens spielt Ästhetik eine ebenso wichtige Rolle wie Funktionalität. Eine der eindrucksvollsten Möglichkeiten, beides zu verbinden, bietet...
Stabparkett verlegen

Parkett auf Fliesen verlegen: So geht’s

Kann man Parkett auf Fliesen verlegen? Ja, das geht. Hier sind aber einige Dinge beachten, weil es sonst zu Problemen kommen kann - vor...
Kombiniert die Vorteile erbeuerbarer Energien und konventioneller Systeme: Die Hybridheizung.

Heizlastberechnung: So ermitteln die Heizlast

Was ist eine Heizlastberechnung und wann muss diese durchgeführt werden? Kann man dadurch wirklich hohe Heizkosten einsparen? Und kann ich diese auch selber durchführen? In...
KfW-Förderung Photovoltaik

Förderungen für Photovoltaik | Das ist 2024 möglich

In Zeiten des Klimawandels und der zunehmenden Notwendigkeit, nachhaltige und erneuerbare Energiequellen zu erschließen, gewinnt die Solarenergie immer mehr an Bedeutung. Photovoltaikanlagen, welche die...
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner