Die Flachsdämmung: Das Revival einer alten Kulturpflanze

Bei Flachs handelt es sich um einen natürlichen und nachwachsenden Rohstoff. Zu einer Flachsdämmung verarbeitet bietet er zahlreiche interessante Eigenschaften. So ist er nicht nur diffusionsoffen, sondern bietet auch gute Werte in den Punkten Wärmedämmung sowie Hitze- und Schallschutz.

Flachs wird auch als Lein bezeichnet und zählt zu den Leinengewächsen. Die Langfasern der Pflanze verwendet man zur Herstellung von Leinen. Dabei entstehen als Nebenprodukt die sogenannten Kurzfasern, die ein Hauptbestandteil der Flachs-Dämmung sind. Übrigens: Auch das bekannte Leinöl gewinnt man aus der Flachspflanze – genauer gesagt aus deren Samen.

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Herstellung einer Flachsdämmung

Für die Fertigung von Kleidung wird Flachs seit mehreren tausend Jahren verwendet. Die ersten Regelungen zum Umgang mit Flachs stammen aus dem 18. Jahrhundert. Pfalzgraf Karl der IV. hat damals strenge Anordnungen zum vorschriftsmäßigen Umgang mit Flachs erlassen, um Großbrände in Städten und Dörfern zu verhindern.

Die bei der Leinenproduktion als Nebenprodukt anfallenden Kurzfasern müssen für die Herstellung des Dämmstoffes entsprechend aufbereitet werden. Dazu erfolgt ein Rösten, Brechen und Schlagen der Fasern. Dieses sogenannte Wirrfaser-Verfahren erlaubt die Weiterverarbeitung zu einem Faservlies.

Um dem so entstandenen Faservlies die notwendige Festigkeit zu verleihen, kommen Mais- oder Kartoffelstärke zum Einsatz. Aber auch andere Pflanzenfasern finden Verwendung. Teilweise setzen Hersteller auch auf Polyesterfasern. Für einen entsprechenden Flammschutz werden Borsalze, Ammoniumphosphat oder Ammoniumsulfat zugesetzt.

Eigenschaften von Flachs als Dämmstoff

Flachs ist nur bedingt feuchtigkeitsresistent. Für Außendämmung von Fassaden und Dächern sollten Sie daher auf einen anderen Dämmstoff setzen. Ansonsten zeichnet sich eine Flachsdämmung vor allem durch ihre guten Eigenschaften in den Punkten Wärmedämmung sowie dem Schutz vor Hitze und Schall aus.

Da Flachs überwiegend aus Zellulose besteht, ist er für keratinverdauende Insekten wie beispielsweise Motten uninteressant. Zudem gilt er als resistent gegen Fäulnis und Schimmel. Die Dämmplatten lassen sich einfach bearbeiten und in Form bringen und sind, je nach Hersteller, frei von Schadstoffen und damit gut recycelbar. Darüber hinaus ist eine Flachs-Dämmung auch diffusionsoffen und kapillaraktiv.

Beim Einsatzort sollten Sie sicherstellen, dass die Flachs-Dämmung keinen größeren mechanischen Belastungen ausgesetzt ist. Für derartige Anforderungen ist Flachs als Dämmmaterial nämlich nicht sonderlich geeignet. Bei der Brennbarkeit sollten Sie sich vor dem Kauf genau über die Eigenschaften des jeweiligen Produktes informieren. Sie gilt als die Achillessehne der Flachs-Dämmung.

Flachsdämmung: Die Einsatzbereiche

Durch seine feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften findet Flachs bei der Sanierung von Altbauten häufig Anwendung. Aber auch für die Zwischensparrendämmung am Dach oder als Dämmung von Innenwänden bei Holzständer beziehungsweise Holzbalkenkonstruktionen können Sie Flachs einsetzen. So profitieren Sie nicht nur von der guten Wärmedämmeigenschaft von Flachs, sondern auch von seinem Schallschutz-Potenzial. Ebenso können Sie damit aber auch Holzdecken und Fußbodenaufbauten dämmen.

Umweltfreundliche Flachsdämmung

Flachs eignet sich hervorragend für eine nachhaltige Bauweise. Er ist ein Naturprodukt ohne allzu lange Transportwege und bei der Herstellung muss weniger Energie eingesetzt werden als bei anderen Dämmstoffen.

Flachs gilt außerdem als eine der gesundheitsfreundlichsten Dämmungen, die am Markt verfügbar sind. Wer besonderen Wert auf den Einsatz von pestizidfreien Materialien legt, kann sich bei den Herstellern erkundigen. Diese bieten mitunter auch entsprechende Produkte an.

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