Balkonkraftwerk mit Speicher: Lohnt sich das überhaupt?

Mit einem Balkonkraftwerk erzeugt man seinen eigenen Strom und speist ihn ins eigene Netz ein. Somit macht man sich zumindest ein wenig unabhängig vom teuren Strom des Energieversorger. Das Balkonkraftwerk ist dabei vor allem zur Deckung der Grundlast sinnvoll. Der Strombedarf, der über den erzeugten Strom des Balkonkraftwerks hinausgeht, wird weiterhin über den Energieversorger gedeckt.

Doch gerade im Sommer kann es zu Phasen des Überschusses kommen. Dann wird mehr Strom erzeugt, als aktuell benötigt wird. Da man den Überschuss nicht benötigt, wird dieser ins öffentliche Netz eingespeist. Dies ist so gut wie unentgeltlich und viele Verbraucher stellen sich die berechtigte Frage, wieso man etwas kostenfrei abgeben sollte, wenn man den Überschuss doch für eine spätere Nutzung speichern kann. Genau in diesem Fall kommt das Balkonkraftwerk mit Speicher ins Spiel.

Im Folgenden erläutern wir Ihnen alle wichtigen Informationen rund um dieses Thema.

Der Sinn und Zweck eines Balkonkraftwerks

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher bietet zahlreiche Vorteile. Bevor man sich ein solches Gerät anschafft, sollte man sich jedoch die eigenen Ziele klarmachen, die durch die kleine PV-Anlage verfolgt werden. So senkt man nicht nur die Stromkosten, sondern ist schlichtweg unabhängiger vom Stromversorger.

Je nach Gerät kann es sich auch wirtschaftlich lohnen, auf ein Balkonkraftwerk mit Speicher zu setzen – je nachdem, wie schnell es sich amortisiert. Sobald sich das Balkonkraftwerk amortisiert hat, produziert es natürlich weiterhin Strom, wodurch man einiges an Geld spart. Darüber hinaus ist der erzeugte und genutzte Strom umweltfreundlich und grün produziert.

Wozu ein Balkonkraftwerk mit Speicher kaufen?

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher wird mittlerweile immer häufiger eingesetzt. Schon im Jahre 2019 hatte im Durchschnitt jede zweite größere Solaranlage einen Elektrospeicher. Dieser nimmt den erzeugten Strom auf, wenn der direkte Verbrauch zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich ist. Im System gespeichert, kann der Strom in Zeiten von Dunkelflauten angezapft und genutzt werden. So ist die Stromausbeute etwa über Nacht deutlich geringer.

Tagsüber wird in Phasen der Sonneneinstrahlung ein Stromüberschuss generiert, der das Stromdefizit in der Nacht ausgleicht. Insgesamt kann man durch ein Speichersystem mehr vom selbst erzeugten Strom nutzen.

Vorteiles eines Balkonkraftwerks mit Speicher

Vor allem das Gefühl, der Umwelt etwas Gutes zu tun, spricht für den Kauf eines Balkonkraftwerks mit Speicher. So ist man ein Teil der ökologischen Wende und setzt aktiv auf grüne Energie. Weiterhin sind die Lösungen sehr kompakt und daher auch für Mieter gut geeignet. Sie werden auf dem Balkon aufgestellt und man setzt ein sichtbares Statement für den Umweltschutz. Ferner regt man dadurch andere Menschen zum Nachdenken an.

In Zeiten von stark steigenden Energiepreisen ist man unabhängiger und kann seinen eigenen Strom produzieren, der lediglich durch die Sonneneinstrahlung generiert wird. Durch den Speicher werden die Energie-Überschüsse nicht mehr wie bei herkömmlichen Balkonkraftwerken in das öffentliche Netz eingespeist, sondern können zu einem späteren Zeitpunkt selbst verbraucht werden. Dadurch spart man nicht nur Geld, sondern auch überflüssiges CO₂ ein.

Wie viel Strom kann ein Balkonkraftwerk produzieren und wie viel Geld spart man damit?

Die deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie gibt an, dass mit einem 600 Watt starken Balkonkraftwerk im Süden Deutschlands rund 650 kWh im Jahr erzeugt werden können.

Dieser Wert ist sehr optimistisch geschätzt, je nach Standort und Modell können sich die Module auch zwischen 250 und 280 kWh einpendeln. Ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt verbraucht rund 3000 kWh im Jahr. So kann man in einem Haushalt mit zwei Personen also circa 10–20 % des Strombedarfs durch das Balkonkraftwerk decken.

Wer allein lebt, der verbraucht lediglich etwa 1500 kWh im Jahr, diese Haushalte sparen zwischen 20 und 45 %. Dies kann sich bei den aktuell steigenden Strompreisen schon mittelfristig lohnen. Natürlich gilt es hier immer individuell zu betrachten, wie viel das Balkonkraftwerk wirklich produziert und wie hoch der Eigenverbrauch ist.

Wie groß darf die Balkon-Solaranlage sein?

Über ein größeres und noch leistungsstärkeres Balkonkraftwerk einen höheren Ertrag und somit finanziellen Nutzen des Speichers zu erzielen, funktioniert leider nicht. Die Leistung eines Balkonkraftwerks darf maximal 600 Watt betragen. Alles, was darüber hinaus geht, zählt als Photovoltaikanlage – dann gilt es, andere Regularien zu beachten.

Die Mini-Photovoltaikanlage hat immer entweder ein oder zwei PV-Module, in denen der Solarstrom erzeugt wird. Dieser wird anschließend in einem Wechselrichter für den für das Hausnetz geeigneten Wechselstrom umgewandelt. Alle Komponenten sind darauf ausgelegt, dass die Gesamtleistung des Balkonkraftwerks maximal bei 600 Watt liegt.

Plug & Play SolaranlageFoto: Robert Poorten / stock.adobe.com
Eine Mini-Photovoltaikanlage darf mit maximal zwei PV-Modulen und 600 Watt Leistung ausgestattet sein.

Wie viele Balkonkraftwerke sind erlaubt?

Zudem darf jede Wohnung maximal nur mit einem Balkonkraftwerk ausgestattet sein. Man kann also nicht zusätzlich noch weitere Balkonkraftwerke aufstellen und darüber den finanziellen Nutzen des Stromspeichers steigern. Pro Wohnung oder Haus und sogar pro Adresse des Nutzers werden alle Solarmodule als eine Anlage gezählt.

Lohnt sich ein E-Speicher?

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher bietet viele Vorteile, hat jedoch auch einen hohen Anschaffungspreis. Ob das Balkonkraftwerk mit Speicher tatsächlich eine wirtschaftlich sinnvolle Option ist, muss je nach Haushalt individuell beurteilt werden. Endet die Lebensdauer des Balkonkraftwerks, bevor es sich amortisiert hat, dann ist es aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll, auf das System zu setzen.

Immer mehr Geräte amortisieren sich jedoch nach einiger Zeit und sorgen dann tatsächlich für Einsparungen. Allerdings sollte der wirtschaftliche Nutzen bei einem Balkonkraftwerk nicht allein im Vordergrund stehen. Schließlich nimmt man durch die Anschaffung aktiv an der Energiewende teil.

Die Welt wird sich zunehmend der Notwendigkeit bewusst, dass die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringert werden muss. Die Zeit ist reif für einen Wechsel zu sauberer, erneuerbarer Energie. Dabei geht es um mehr als nur finanzielle Vorteile. Für viele Menschen ist es wichtig, einen aktiven Beitrag zur Energiewende zu leisten und auf grünen Strom zu setzen. So kann man mit einem Balkonkraftwerk mit Speicher zusätzliche Mengen an CO₂ einsparen und sogar – je nach Modell – die Speichereinheiten mitnehmen und diese auf Campingplätzen oder bei Ausflügen nutzen. Es geht insgesamt darum, etwas zu bewirken und ein Balkonkraftwerk ist ein guter erster Schritt.

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