Sonntag, 13. Juni 2021
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Weiße Wanne: Die Stahlbetonkonstruktion im Überblick

Weiße Wanne Hausbau

Der Begriff “Weiße Wanne” steht im Bauwesen für eine wasserundurchlässige Stahlbetonkonstruktion. Sie ist rundum geschlossen und sorgt mit Hilfe von hochwertigem WU-Beton im Bereich von Fundamenten, Kellergeschossen und Außenwänden dafür, dass keine Feuchtigkeit durchdringen kann. 

Eine solche Konstruktion verwendet man bei Gebäuden, die von außen durch Druckwasser belastet sind. Sowohl die Planungs-, als auch die Ausführungsarbeiten setzen deshalb immense Fachkenntnisse voraus und sollten keinesfalls im Alleingang durchgeführt werden.

Mehr zum Thema Fundament & Keller:

Das Fundament beim Haus: Die Basis der Errichtung des Eigenheims

Was ist eine schwarze oder weiße Wanne?

Die schwarze und die weiße Wanne sind verschiedene Abdichtungsmodelle, die den Keller vor eindringender Feuchtigkeit schützen sollen. Die weiße Wanne ist im Preis günstiger als die schwarze Wanne, weil hier zusätzliche Abdichtungsschichten fehlen. Dies ist auch das wichtigste Merkmal der weißen Wanne: Die tragende Stahlbetonkonstruktion bildet selbst das abdichtende Element.

Die weiße Wanne benötigt keine zusätzliche Abdichtung, da sie aus WU-Beton gefertigt ist. Sowohl die Bodenplatte, als auch die Außenwände werden hier aus dem hochwertigen Beton hergestellt. So bleibt der Keller selbst bei stehendem Grundwasser trocken.

Bei der schwarzen Wanne verwendet man als zusätzliche Abdichtung eine schwarze – daher auch der Name – Bitumenschicht. Abwandlungen sind die braune Wanne (Abdichtung mit Bentonit) und die K-Wanne (Abdichtung mit Kunststoffbahnen).

Seit November 2003 sind in Deutschland die Anforderungen an weiße Wannen durch die Richtlinie “Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton” geregelt, die vom deutschen Ausschuss für Stahlbeton (DAfStb) erstellt wurde.

WU-Beton und was er so kann

WU-Beton ist ein nahezu wasserundurchlässiger Beton. Er weist ein dichtes Gefüge sowie eine begrenzte Wassereindringtiefe auf. Auch für den WU-Beton gibt es vom DAfStb eine Richtlinie: Die WU-Richtlinie von 2017. Hier wird die weiße Wanne auch als WU-Wanne bezeichnet.

Nach dieser Richtlinie ist WU-Beton in der Regel nicht als wasserdicht zu bezeichnen. Die Richtlinie versteht unter Wasserundurchlässigkeit die Begrenzung des Durchtritts von Wasser durch Beton, Fugen und Risse.

Der Wassereindringwiderstand des Betons ist in DIN 1045 und DIN EN 206-1 geregelt. Die Mindestdruckfestigkeitsklasse beträgt C25/30. Der Gehalt an Zement pro Kubikmeter WU-Beton muss mindestens 280 kg betragen.

Die Lebensdauer der Konstruktion liegt bei 60 bis 80 Jahren. Die Garantie des Bauunternehmens beläuft sich in der Regel auf 10 Jahre.

Wie viel kostet eine Weiße Wanne?

Als Richtwert fallen für WU-Beton pro Kubikmeter Beton etwa 25 Prozent Mehrkosten im Vergleich zu herkömmlichem Beton an. Die Preise für WU-Beton fallen je nach Region stark unterschiedlich aus und können zwischen 100 und 150 Euro liegen.

Einen Video-Überblick zur weißen Wanne erhalten Sie in folgendem Video von bauherrenhilfe.org:

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