Sonntag, 13. Juni 2021
Start Blog

Nebenkosten beim Hauskauf: Eine praktische Übersicht

Hauskauf

Bei jedem Immobilienkauf entstehen unausweichlich Nebenkosten – und diese sind teilweise nicht unerheblich. Aktuell muss man davon ausgehen, beim Hauskauf bis zu 13 Prozent des eigentlichen Kaufpreises an Nebenkosten zusätzlich aufrechnen zu müssen.

Bei einem Haus mit einem Kaufpreis von 300.000 Euro würden die Nebenkosten also 39.000 Euro betragen. Und hier erwischt es oft zukünftige Hausbesitzer kalt: Kreditinstitute verlangen nämlich in der Regel, dass die Nebenkosten durch Eigenmittel getragen werden müssen.

Mehr zum Thema Haus- und Grundstückskauf:

Grundstück kaufen: Tipps und Faktoren die Sie beachten sollten

Nebenkosten beim Hauskauf: Gebühren für Notar und Grundbuch

Der Kaufpreis selbst ist bei einem Haus immer eine stattliche Summe – die Nebenkosten sind jedoch auch nicht zu verachten. Nicht nur der Verkäufer will Geld sehen, sondern auch der Fiskus und alle anderen Beteiligten. Notar, Grundbuch, Grunderwerbssteuer: Wenn Sie ein Haus kaufen, möchten viele verschiedene Stellen einen kleinen Teil abhaben. Doch diese kleinen Teile summieren sich sehr schnell.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Nebenkosten und wie hoch diese in etwa ausfallen:

  1. Notarkosten: Etwa 1% vom Kaufpreis
  2. Grundbuch: Etwa 0,5% vom Kaufpreis
  3. Grunderwerbssteuer: 3,5% bis 6,5% vom Kaufpreis je nach Bundesland
  4. Maklerprovision: Ca. 3 bis 7,14% vom Kaufpreis inkl. MwSt.
  5. Immobiliengutachten: Etwa 500 bis 1.000 Euro

Nebenkosten beim Hauskauf im Detail

Kaufen Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung über einen Makler, dann will dieser natürlich seinen berechtigten Anteil haben. Die Provision des Maklers ist in Deutschland gesetzlich nicht geregelt und kann frei verhandelt werden. In den meisten Fällen gilt die ortsübliche Courtage, die je nach Region zwischen drei und sieben Prozent beträgt.

Beim Erwerb eines Hauses muss der Kaufvertrag von einem Notar beglaubigt sein. Der Käufer eines Hauses muss auch dafür sorgen, dass das Eigentum im Grundbuch umgeschrieben wird. Das geschieht beim zuständigen Amtsgericht. Insgesamt liegen die Notar- und Grundbuchskosten bei rund 1,5% des Kaufpreises.

Die Grunderwerbssteuer fällt an, sobald die Immobilie gekauft ist: Das Finanzamt lässt Ihnen den Steuerbescheid “freundlicherweise” direkt zukommen. Die Höhe der Grunderwerbssteuer ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und liegt in Deutschland zwischen 3,5% und 6,5% vom Gesamtkaufpreis – also Grundstück und Gebäude. Am höchsten ist die Grunderwerbssteuer in Schleswig-Holstein, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und im Saarland. Am günstigsten kommen Sie in Bayern und Sachsen davon.

So können Sie Grunderwerbssteuer sparen

Für die Berechnung der Grunderwerbssteuer zählt nur der Wert der Immobilie, nicht jener des Inventars. Das heißt: Wenn Sie ein Haus mit Gebäudebestandteilen erwerben, etwa ein Heizöltank, eine Sauna oder auch Möbel, dann fällt dafür keine Grunderwerbssteuer an. Diese Hausbestandteile werden im notariellen Vertrag einzeln aufgeführt. Sie können deshalb aus dem Kaufpreis herausgerechnet werden und sind so frei von Grunderwerbssteuer.

Kaufen Sie beispielsweise ein Haus um 350.000 Euro und 40.000 davon entfällt auf die Innenausstattung, dann bleiben nach Abzug 310.000 Euro übrig. Die Grunderwerbssteuer beträgt also je nach Bundesland zwischen 1.085 und 2.015 Euro. Achtung: Wenn Sie viel rausrechnen, etwa 10% und mehr, fällt das dem Finanzamt natürlich auf. Sie brauchen für die Innenausstattung also Belege.

Nebenkosten beim Hauskauf: Der Immobiliengutachter

Selbst für geübte Handwerker ist es nicht einfach, die Bausubstanz eines Gebäudes in allen Bereichen korrekt einzuschätzen. Für die meisten Hauskäufer empfiehlt es sich daher, einen Immobiliengutachter zu engagieren. Ein solcher Gutachter kostet Sie rund 500 Euro.

Im Vergleich zur Kaufsumme des Hauses sind diese Kosten also vernachlässigbar. Denn das Gutachten gibt Ihnen Sicherheit darüber, ob das Haus auch wirklich seinen Preis wert ist oder ob es grobe, sanierungsbedürftige Schäden gibt und Sie lieber Ihre Finger vom Kauf lassen sollten.

Beliebte Artikel

Schon gelesen?

Dachgeschoss dämmen, Mineralwolle

Dachgeschoss dämmen: So können Sie Heizkosten einsparen

Durch eine qualitativ hochwertige und effektive Dämmung können Sie eine Explosion der Heizkosten bereits beim Hausbau verhindern. Eine besondere Rolle kommt dabei der obersten...
Fassade mit Rhombusleisten

Fassade mit Rhombusleisten: Das müssen Sie darüber wissen

Wenn es um Holzfassaden geht, dann sticht die Fassade mit Rhombusleisten besonders hervor. Nicht nur ist es die Form der Leisten selbst, die dem...
Heizungsthermostat

Heizungsthermostat richtig einstellen: So funktioniert es

Obwohl das Heizungsthermostat, auch Thermostat-Ventil genannt, als eines der wichtigsten Bauteile eines Heizkörpers gilt, wissen viele relativ wenig darüber. Dabei spielt es bei der...
Die Versicherung sollte beim Hausbau auf keinen Fall vernachlässigt werden. Eine zu gering angesetzte Versicherungssumme birgt massive Gefahren.

Versicherungen rund um den Hausbau: Das sollten Sie wissen

Die Errichtung eines Eigenheims ist für Privatpersonen mit nicht zu unterschätzenden finanziellen Risiken verbunden. Eine gute Versicherung für den Hausbau schafft hier Abhilfe für...
Bei Beeren handelt es sich um ein regelrechtes Super-Food. Damit die Sträucher im Naschgarten auch prächtig gedeihen sollten Sie ein paar Dinge beachten.

Naschgarten anlegen: Das sollten Sie über Standort und Pflanzen wissen

Beeren sind nicht nur lecker, sondern auch gesund. Was Vitamine und Mineralstoffe angeht, haben es die kleinen Früchte nämlich in sich. Daher verwundert es...
Steinwolle, Innendämmung

Innendämmung: Diese Möglichkeiten gibt es

Wenn es um die Dämmung eines Hauses geht, denkt man nicht selten an die Isolierung der Außenfassade. Doch es gibt Fälle, in denen die...