Sonntag, 13. Juni 2021
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Das Strohhaus: Eine praktische Übersicht zum Strohballenbau

Der Strohballenbau bietet viele Vorteile. Vor allem besticht er durch seine gute Wärmedämmfähigkeit.
Der Strohballenbau bietet viele Vorteile. Vor allem besticht er durch seine gute Wärmedämmfähigkeit.

Obwohl bis dato eher unbekannt, erfreut sich das Strohhaus, auch Strohballenbau genannt, in Zeiten steigenden ökologischen Bewusstseins immer größerer Beliebtheit. Und das kommt nicht von ungefähr. CO2-Neutralität, regionale Verfügbarkeit und beste Wärmedämmeigenschaften: Diese Kombination bringt Stroh mit und schafft damit eine Kombination, die sonst nur schwer zu finden ist.

Welche Arten des Strohballenbaus es gibt und was es bei diesem Bau generell zu beachten gilt, erfahren Sie in diesem Artikel.

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So wird ein Strohhaus gebaut

Ein Strohballenbau kann auf zwei verschiedene Arten gebaut werden. Entweder nutzt man die Strohballen selbst als riesige Mauersteine, oder man fügt sie in ein vorgebautes Holzkonstrukt ein. Letztere Variante ist die am häufigsten verwendete.

Das liegt vor allem daran, dass die Strohballen bei dieser Bauart wegen des vorgebauten Gerüsts mit Dach vor Regen geschützt sind, wenn sie eingebaut werden. Allerdings kann man diese Bauweise nur bis zu einer Gebäudegröße von maximal eineinhalb Geschossen nutzen. Generell gilt: Egal welche Variante, wegen der Feuchtigkeit muss das Verputzen schnell passieren.

Die Vorteile vom Strohhaus

Der größte Vorteil von Stroh als Baumaterial sind seine ökologischen Eigenschaften. Stroh ist wie sein Kollege Holz CO2-neutral, was besonders in Zeiten des Klimawandels ein besonders erfreulicher Punkt ist. Aber nicht nur das: Das schnelle Nachwachsen und die regionale Verfügbarkeit machen Stroh zum perfekten Material, wenn es um die Beachtung des ökologischen Fußbabdrucks geht.

Es schneidet in dieser Hinsicht auch weit besser ab als die oft genutzte Mineralwolle. Diese zu produzieren benötigt etwa den hundertfachen Aufwand an Energie. Ähnliches gilt für den Dämmstoff Polystyrol. Zusätzlich ist Stroh biologisch abbaubar, wenn es am Ende seiner Nutz- und Lebenszeit angekommen ist.

In der Regel wird der Strohballenbau mit Holz kombiniert und mit einem Naturputz wie Lehm oder Kalk versehen. Das fördert wegen der feuchtigkeitsregulierenden Wirkung des Lehms ein angenehmes und gesundes Raumklima innerhalb des Hauses. Die Wärmedämmeigenschaften stehen anderen Dämmstoffen um nichts nach: Ist die Wand dick genug (50 Zentimeter), wird sogar Passivhausstandard erreicht. Auch der Bau eines Niedrigenergiehauses ist mit Storhballen möglich.

Feuchtigkeit als größter Feind

Die wichtigste Aufgabe beim Strohballenbau ist es, Schimmelbildung zu vermeiden. Um dies zu gewährleisten, sind ein weit genug überstehendes Dach sowie eine vorgehängte Fassade auf jener Seite notwendig, die Regen abbekommen kann. Die übrige Fassade kann man an der obersten Schicht, über dem Lehmputz, mit einer Schicht Kalkputz versehen.

Der Feuchtigkeitsschutz gilt aber nicht nur für Außen. Auch im Innenbereich darf keine Nässe in die Strohballen kommen. Garantiert wird dies durch Diffusionsoffenheit und Luftdichte, die der Lehmputz im Inneren mit sich bringt. Das bedingt ein penibles, rissfreies Auftragen des Putzes, insbesondere bei den Stellen, die am Holzgerüst andocken.

Naturfarbe wie Kalkfarbe ist in der Regel diffusionsoffen und deshalb bestens für ökologisch bewusstes Bauen und Renovieren geeignet.

Woher bekommt man Baustrohballen für das Strohhaus?

Die Erntezeit für Stroh im mitteleuropäischen Raum liegt im Bereich Ende Juli bis Anfang August. In dieser Zeit können Sie direkt mit Landwirten in Kontakt treten und sich die Strohballen reservieren lassen. Außerhalb des Hauptentezeitraums sind Strohballen eher schwer zu bekommen und dann in der Regel nur bei Landwirten, die eine Vieh- bzw Pferdezucht betreiben. Sie können auch versuchen, Zettel in Baumärkten auszuhängen.

Der Preis für einen Kleinballen direkt vom Bauern beträgt etwa vier Euro pro Stück. Manche Baumärkte bieten auch Kleinballen an, aber Achtung: Oft handelt es sich dabei um gehäckseltes Stroh, das nicht zum Bauen und Verputzen geeignet ist.

Insgesamt ist das Bauen eines Strohballenbaus leicht erlernbar, jedoch sehr zeitintensiv. Mittlerweile haben sich auch einige Vereine gegründet, die sich auf diese Bauart spezialisiert haben und dazu Workshops anbieten. Wenn Sie daran interessiert sind, selbst ein Haus aus zu Stroh zu erreichten, dann suchen Sie am besten in Ihrer Umgebung nach entsprechenden Organisationen, um in Natura einen Eindruck von der Bauweise zu bekommen.

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