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Bauen mit Ziegeln: effizient, wohngesund, nachhaltig

Keine Chance für Einbrecher: Durch das Bauen mit Ziegeln wird sichergestellt, dass sich einbruchhemmende Bauteile problemlos befestigen lassen.
Keine Chance für Einbrecher: Durch das Bauen mit Ziegeln wird sichergestellt, dass sich einbruchhemmende Bauteile problemlos befestigen lassen.

Der Ziegel begleitet den Menschen seit Jahrhunderten und zählt auch heute noch zu den beliebtesten Baustoffen. Kein Wunder: Durch das Bauen mit Ziegeln entstehen wertbeständige, langlebige und darüber hinaus auch noch energieeffiziente Bauwerke.

Wir haben mit Dr. Matthias Frederichs, dem Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Ziegelindustrie gesprochen, was der Baustoff Ziegel zu bieten hat und welche Innovationen in den letzten Jahren auf den Markt gekommen sind.

Der Ziegel ist ein Hausbau-Klassiker. Was macht diesen Baustoff so besonders, dass er auch nach Jahrhunderten noch so beliebt ist?

Ziegel geben uns Menschen seit tausenden von Jahren ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit. Für diese ewige Popularität des Baustoffs gibt es viele gute Gründe. Nicht umsonst wird auch heute noch jedes dritte Einfamilienhaus mit dem Stein aus gebranntem Ton errichtet.

Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Ziegelindustrie
Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Ziegelindustrie

Der Baustoff Ziegel schützt vor Lärm, Wind und Wetter, erreicht Bestwerte beim Brandschutz und wirkt feuchteausgleichend auf das Raumklima. Seine Fähigkeit, Wärme zu speichern, spart im Winter Betriebskosten und kühlt im Sommer tagsüber die Wohnung. Dazu kommt die schöne Optik von Ziegeln, die seit jeher Menschen begeistert.

Er ist vielfältig einsetzbar: etwa für die Außenwand, für innere Trennwände, als Klinker bzw. Vormauerziegel an der Fassade und natürlich für das Dach. Ziegel begegnen uns auf Schritt und Tritt, als Pflasterklinker auf Gehwegen, Terrassen oder Einfahrten. Recycelte Ziegel werden unter anderem auch für Sportplätze verwendet. Wer sich für Baugeschichte und Architekturvielfalt interessiert, kommt an Ziegelbauten nicht vorbei.

Und für private Bauherren besonders wichtig: Mit Blick auf die Baukosten schneidet der Ziegel im Vergleich zu anderen Baustoffen bestens ab.

Kann man beim Bauen mit Ziegeln auf eine Außendämmung verzichten?

Das Thema Energieeffizienz und Wärmedämmung beschäftigt viele Bauherren. Wo liegen die Vorteile von gefüllten Ziegelsteinen gegenüber einer separaten Wärmedämmung? Und von welchen Faktoren sollte der Bauherr seine Entscheidung abhängig machen?

Moderne Ziegel sind porosiert, das heißt, sie verfügen über viele winzig kleine Lufteinschlüsse, die wie bei einem engmaschig gestrickten Pullover warmhalten. Werden Ziegel verfüllt, beispielsweise mit dem Vulkangestein Perlite, mit Holz- oder Mineralfasern, verbessern sich die Wärmedämmeigenschaften noch einmal um ein Vielfaches.

Damit entfällt eine zusätzliche Außendämmung. Das spart Zeit und Kosten: sowohl bei der Verarbeitung, als auch später für die Instandhaltung. Nicht zu vergessen: Die Heizkosten in einem modernen Ziegelhaus sind um etwa acht Prozent geringer als in einem Haus, das in Leichtbauweise errichtet ist. Das bestätigt das Ergebnis einer aktuellen Studie der Technischen Universität Kaiserslautern.

Eine der häufigsten Fragen betrifft die benötigte Dicke des Ziegels. Können Sie den angehenden Bauherren hierfür eine Faustregel mit auf den Weg geben? 

Entscheidend für die Stärke des Mauerwerks bei einer tragenden Wand ist die Belastung, der sie standhalten muss. Im Eigenheimbau bewegt sich die übliche Dicke des Ziegels zwischen 24 und 42,5 Zentimetern. Handelt es sich um eine Außenwand, empfehle ich Bauherren, die Wärmedämmwerte zu berücksichtigen, die ihr Neubau erreichen soll.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass etwa ein verfüllter Ziegel in der Stärke 36,5 Zentimeter im Einfamilienhausbereich sicher die Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus 55, 40 und 40 Plus erfüllt. Damit können künftige Eigenheimbesitzer sogar staatliche Zuschüsse und günstige Darlehenszinsen der KfW-Förderbank in Anspruch nehmen.

Wie ökologisch ist Bauen mit Ziegeln?

Nachhaltiges Bauen hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Wie ist es um den Ökofaktor des Baustoffs Ziegel bestellt? Und wie beständig ist er?

Wie ökologisch stark der Baustoff Ziegel eigentlich ist, wird leider häufig unterschätzt. Das Naturprodukt Ziegel besteht hauptsächlich aus Ton, Sand und Wasser. Deshalb dünstet er keinerlei Schadstoffe aus. Sein gesamter Lebenszyklus ist ökologisch – von der Gewinnung in der Tongrube, die nach dem Ende des Abbaus rekultiviert wird, bis zum Recycling von Altziegeln.

Nur ein minimaler Anteil von Altziegeln wird dann auf Deponien eingelagert, der Großteil jedes Ziegels wird weiterverwendet. Der Ziegel ist somit absolut kreislauffähig. Dazu kommt, dass Produktionsstätte und Baustelle in der Regel nicht weit auseinander liegen, damit entfallen klimabelastende lange Transportwege.

Was die Lebensdauer von Ziegelgebäuden angeht, sprechen wir von Standzeiten, die über Generationen reichen. 100 Jahre und mehr sind keine Seltenheit. Wird der gesamte Lebenszyklus sowie die graue Energie in die Ökobilanz mit einberechnet, müssen sich Ziegel in puncto Nachhaltigkeit vor keinem anderen Baustoff verstecken. In der Ziegelindustrie sagen wir auch gerne „langfristig und nachhaltig bauen, heißt mit Ziegeln bauen“, immerhin ist Ziegel der älteste Baustoff, den wir kennen.

Nähere Informationen zum Bundesverbands der Deutschen Ziegelindustrie finden Sie hier:



 

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