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Der richtige Flachdach-Aufbau: Profi-Tipps vom Bauexperten

Flachdach
Der Bausachverständige Günther Nussbaum erklärt, worauf es beim Flachdach im Detail ankommt.

Das Flachdach liegt im Trend, daran gibt es keinen Zweifel. Wer in den letzten Jahren mit offenen Augen durch die Landschaften in Deutschland oder Österreich fuhr und seinen Blick gezielt auf Neubauten richtete, kann das bestätigen.

Dabei könnte man dem Irrtum unterliegen, ein Flachdach wäre „schnell montiert“ und würde der „Einfachheit halber“ ausgewählt, was jedoch einem simplen Fakten-Check nicht standhalten kann. Was das Flachdach so kann, welche Vorteile es mit sich bringt und welche verschiedenen Modelle es gibt, erfahren Sie deshalb in diesem Artikel.

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Flachdach Aufbau: Darauf kommt es an

Flachdächer sehen nicht nur modern und einladend aus, sondern sind auch eine perfekte Basis für Terrassen und Erweiterungen. Kein Wunder also, dass sich etliche Bauherren von Neubauten für diese Art der Eindeckung entscheiden.

Trotzdem kursieren viele Halbwahrheiten und Vorurteile über das Flachdach. In folgendem Video erklärt der Bausachverständige Günther Nussbaum im Rahmen der ATV-Sendung „Kein Pfusch am Bau“ worauf es im Detail ankommt und gibt Tipps und Tricks für die Errichtung der modernen Eindeckungsvariante:

Diese Vorteile stehen für das Flachdach

In der Sendung werden vier Flachdachmodelle gezeigt, die speziell für die Sendung vom Unternehmen Büsscher & Hoffmann GmbH, spezialisiert auf den Bau von Flachdächern, errichtet wurden. Im Video erklärt wird anschließend, worauf es bei einer soliden und korrekten Flachdachkonstruktion ankommt.

„Über Architektur lässt sich bekanntlich streiten“, führt Nussbaum aus. Doch die technischen Vorteile würden beim Flachdach klar überwiegen. Vorrangig ist es im Vergleich zum Steildach wasserdicht und regensicher, es gibt weniger Probleme mit Sturmschäden, es ist wirtschaftlicher in der Errichtung und die Nutzung lässt sich später ändern (Aufstockung oder Umbau zu einer Terrasse).

Nur Vorteile? Nicht so schnell. Das Flachdach „verzeiht“ keine Fehler beim Bau! Eine besonders genaue Arbeitsausführung, hochwertige Produkte und Rohstoffe sowie die Auswahl des richtigen Flachdach-Modells sind hier ein Muss, sonst kann aus einem kleinen Fehltritt ein großer Schaden entstehen.

Flachdach Aufbau: Qualität der Abdichtungsbahnen

Ein wesentlicher Bestandteil für ein perfekt abgedichtetes Flachdach sind die Bitumen-Abdichtungsbahnen. Bitumen gilt als hochwertiger und unbedenklicher Baustoff.

Der Abdichtungsexperte Dr. Gernot Lindorfer von Büsscher & Hoffmann erklärt, worauf es bei den Bahnen ankommt. Er vergleicht den Produktionsprozess mit dem Kochen eines Gerichts: Mit perfekten Zutaten und der richtigen Verarbeitung kommt „was Gescheites dabei raus“.

Im Folgenden erfahren Sie, welche Konstruktionsvarianten des Flachdachs es im Detail gibt.

Nicht hinterlüftetes Warmdach

Ein mittlerweile veraltetes Modell ist ein nicht hinterlüftetes Warmdach ohne jeglichen Zusatz. Hier ist die Dampfbremse unzureichend. Feuchtigkeit kann hier relativ leicht in die Konstruktion einströmen, kondensiert dort und es kommt zu einem Pilzbefall. Ein solches Modell verwendet man mittlerweile nicht mehr.

Eine weitere Art für den Aufbau beim Flachdach ist ein nicht hinterlüftetes Warmdach, das jedoch im Unterschied zum ersten Modell eine massive Stahlbetondecke in der Mitte verbaut hat. Die Dampfbremse ist hier eine richtige „Dampfsperre“ und ist zwischen der Stahlbetonkonstruktion und der Wärmedämmung gut geschützt. Ein Problem kann hier sein, dass für Elektroinstallationen durch die Konstruktion durchgebohrt wird. Dies sollte in der Regel nicht passieren, doch wenn, hat man hier zumindest keine Holzkonstruktion, die wegfaulen kann. Es läuft „nur“ das Wasser aus der Konstruktion heraus.

Umkehrdach und hinterlüftetes Flachdach

Eine mitterlweile häufig verwendete Konstruktion ist das Umkehrdach. Hier fallen die Dampfsperrlage und die Feuchtigkeitsabdichtung zu einer Lage zusammen. Darüber kommt nur noch die Wärmedämmung. Der „Trick“ ist hier, dass der Taupunkt nach oben verlagert wird. Dadurch ist die Konstruktion wärmer und es fällt kein Tauwasser mehr an. Die Wärmedämmung ist „umgekehrt“, daher auch der Name. Bei den vorigen Modellen lag die Wärmedämmung unterhalb der Abdichtung, jetzt liegt sie oberhalb. Nachteil: Man muss die Wärmedämmung etwas höher dimensionieren, weil sie vom Regen immer wieder umspült wird.

Der „Top Seller“ ist das hinterlüftete Flachdach, das früher als Kaltdach bekannt war. Wiederum liegt hier die Dampfbremse unten. Feuchtigkeit, die durch Schwitzen oder Duschen entsteht, kann jetzt aber in den Hinterlüftungsraum. Bei den vorherigen Konstruktionen war dieser Weg verdichtet, weil die Abdichtung direkt über der Dämmung lag. Dies ist hier nicht mehr der Fall. Durch den eingezogenen Hinterlüftungsraum kann hier die Feuchtigkeit, die aus der Konstruktion entweichen kann, über die Entlüftungsöffnung ins Freie gelangen kann. Kondensatschäden sind hier so gut wie unmöglich. Die Dampfbremse muss natürlich trotzdem tadellos funktionieren.

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